Unbeachtete Zitate und doxographische Nachrichten in der Schrift De Aeternitate Mundi des Johannes Philoponos, 2005
By: Scholten, Clemens
Title Unbeachtete Zitate und doxographische Nachrichten in der Schrift De Aeternitate Mundi des Johannes Philoponos
Type Article
Language German
Date 2005
Journal Rheinisches Museum für Philologie
Volume 148
Issue 2
Pages 202-219
Categories no categories
Author(s) Scholten, Clemens
Editor(s)
Translator(s)
In der Schrift De Aeternitate Mundi (aetm.) des Johannes Philoponos aus der Zeit bald nach 529 n. Chr. gibt es, über eine Reihe von bereits näher beleuchteten Quellen und doxographischen Nachrichten hinaus, eine größere Anzahl von bisher unbeachteten doxographischen Materialien, Paraphrasen und/oder Zitaten aus verlorenen Schriften antiker Autoren. Unter quellenkritischen und doxographischen Gesichtspunkten im engeren Sinn ist aetm. noch nicht eigens untersucht worden. Das wird sicherlich damit zu tun haben, dass die Erforschung der doxographischen Überlieferung vor gut hundert Jahren ihren Schwerpunkt auf die vorplatonische Tradition setzte und unter diesem Gesichtspunkt aetm. offenbar zu vernachlässigen glaubte, zumal H. Rabe als Herausgeber von aetm. in seinen Fußnoten die Textnachweise aus den großen Dichtern und Philosophen wie Homer, Platon, Aristoteles, Plotin usw., soweit möglich, zuverlässig geführt hat. Möglicherweise ist daran auch die Einschätzung des letzten Rezensenten der Rabeschen Edition aus dem Jahre 1901 nicht unbeteiligt, der aetm. für unergiebig im Hinblick auf verlorene Quellen hielt und meinte, aetm. habe lediglich bekanntes Material zu bieten. Aber es gab damals schon andere Stimmen. Bemerkenswerterweise hatte ein Jahr zuvor Wendland in seiner Rezension anders geurteilt. Ebenso forderte Gudeman in seinem RE-Artikel „Johannes Philoponos“ aus dem Jahre 1915 die Aufarbeitung der Quellenfrage. Bei diesem Desiderat ist es allerdings bis heute geblieben. In größerem Umfang sind lediglich die Teile des Quellenmaterials aus aetm. behandelt worden, die für die Timaios-Kommentierung in der Zeit vor Proklos von Belang sind. Es handelt sich besonders um Texte aus den Timaios-Kommentaren des Calvisios Tauros und Porphyrios, die im Rahmen der Sichtung der erhaltenen Stücke aus dem Timaios-Kommentar des Porphyrios zusammengestellt wurden oder bei der Untersuchung der Weltentstehungslehren, wie sie im Rahmen der Exegese des Timaios entwickelt wurden, behandelt worden sind. Auf Proklos-Texte hat Beutler in seinem RE-Artikel hingewiesen, allerdings einiges übersehen. Bereits verifiziert sind ein Zitat aus dem fünften Buch des Timaios-Kommentars des Proklos in aetm. 9,11 (364,5–365,3), die von Johannes Philoponos häufig erwähnte, paraphrasierte oder zitierte Schrift des Proklos Untersuchung der Einwände des Aristoteles gegen den platonischen Timaios (Ἐπἱσκέψις τῶν πρὸς τὸν Πλάτωνος Τίμαιον ὑπὸ Ἀριστοτέλους ἀντιρρηθέντων oder Ὁ ὑπὲρ τοῦ Τιμαίου πρὸς Ἀριστοτέλην λόγος), die Proklos in seinem Timaios-Kommentar selbst erwähnt und die daher älter als der Kommentar sein dürfte, sowie die Proklos-Schrift Zehn Aporien hinsichtlich der Vorsehung, die Beutler als erster kurz vorgestellt hat und die Boese, Dornseiff und Feldbusch zu größeren Teilen in Texten späterer Autoren wiedergefunden haben. Ein längeres Zitat aus Galens Schrift Über den Beweis ist schon zwei Jahre, bevor Rabe aetm. ediert hat, notiert worden. Eine vollständige Sichtung und Zusammenstellung aller in aetm. benutzten Quellen und doxographischen Nachrichten gibt es bis jetzt nicht. Die unbeachteten Quellenstücke und doxographischen Nachrichten, die bei der Arbeit an der Übersetzung von aetm. auffielen, sollen im Folgenden vorgestellt werden. [introduction p. 202-204]

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Title Unbeachtete Zitate und doxographische Nachrichten in der Schrift De Aeternitate Mundi des Johannes Philoponos
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Journal Rheinisches Museum für Philologie
Volume 148
Issue 2
Pages 202-219
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Author(s) Scholten, Clemens
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In der Schrift De Aeternitate Mundi (aetm.) des Johannes Philoponos aus der Zeit bald nach 529 n. Chr. gibt es, über eine Reihe von bereits näher beleuchteten Quellen und doxographischen Nachrichten hinaus, eine größere Anzahl von bisher unbeachteten doxographischen Materialien, Paraphrasen und/oder Zitaten aus verlorenen Schriften antiker Autoren. Unter quellenkritischen und doxographischen Gesichtspunkten im engeren Sinn ist aetm. noch nicht eigens untersucht worden. Das wird sicherlich damit zu tun haben, dass die Erforschung der doxographischen Überlieferung vor gut hundert Jahren ihren Schwerpunkt auf die vorplatonische Tradition setzte und unter diesem Gesichtspunkt aetm. offenbar zu vernachlässigen glaubte, zumal H. Rabe als Herausgeber von aetm. in seinen Fußnoten die Textnachweise aus den großen Dichtern und Philosophen wie Homer, Platon, Aristoteles, Plotin usw., soweit möglich, zuverlässig geführt hat.

Möglicherweise ist daran auch die Einschätzung des letzten Rezensenten der Rabeschen Edition aus dem Jahre 1901 nicht unbeteiligt, der aetm. für unergiebig im Hinblick auf verlorene Quellen hielt und meinte, aetm. habe lediglich bekanntes Material zu bieten.

Aber es gab damals schon andere Stimmen. Bemerkenswerterweise hatte ein Jahr zuvor Wendland in seiner Rezension anders geurteilt. Ebenso forderte Gudeman in seinem RE-Artikel „Johannes Philoponos“ aus dem Jahre 1915 die Aufarbeitung der Quellenfrage. Bei diesem Desiderat ist es allerdings bis heute geblieben.

In größerem Umfang sind lediglich die Teile des Quellenmaterials aus aetm. behandelt worden, die für die Timaios-Kommentierung in der Zeit vor Proklos von Belang sind. Es handelt sich besonders um Texte aus den Timaios-Kommentaren des Calvisios Tauros und Porphyrios, die im Rahmen der Sichtung der erhaltenen Stücke aus dem Timaios-Kommentar des Porphyrios zusammengestellt wurden oder bei der Untersuchung der Weltentstehungslehren, wie sie im Rahmen der Exegese des Timaios entwickelt wurden, behandelt worden sind.

Auf Proklos-Texte hat Beutler in seinem RE-Artikel hingewiesen, allerdings einiges übersehen. Bereits verifiziert sind ein Zitat aus dem fünften Buch des Timaios-Kommentars des Proklos in aetm. 9,11 (364,5–365,3), die von Johannes Philoponos häufig erwähnte, paraphrasierte oder zitierte Schrift des Proklos Untersuchung der Einwände des Aristoteles gegen den platonischen Timaios (Ἐπἱσκέψις τῶν πρὸς τὸν Πλάτωνος Τίμαιον ὑπὸ Ἀριστοτέλους ἀντιρρηθέντων oder Ὁ ὑπὲρ τοῦ Τιμαίου πρὸς Ἀριστοτέλην λόγος), die Proklos in seinem Timaios-Kommentar selbst erwähnt und die daher älter als der Kommentar sein dürfte, sowie die Proklos-Schrift Zehn Aporien hinsichtlich der Vorsehung, die Beutler als erster kurz vorgestellt hat und die Boese, Dornseiff und Feldbusch zu größeren Teilen in Texten späterer Autoren wiedergefunden haben.

Ein längeres Zitat aus Galens Schrift Über den Beweis ist schon zwei Jahre, bevor Rabe aetm. ediert hat, notiert worden. Eine vollständige Sichtung und Zusammenstellung aller in aetm. benutzten Quellen und doxographischen Nachrichten gibt es bis jetzt nicht.

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Rabe als Herausgeber von aetm. in seinen Fu\u00dfnoten die Textnachweise aus den gro\u00dfen Dichtern und Philosophen wie Homer, Platon, Aristoteles, Plotin usw., soweit m\u00f6glich, zuverl\u00e4ssig gef\u00fchrt hat.\r\n\r\nM\u00f6glicherweise ist daran auch die Einsch\u00e4tzung des letzten Rezensenten der Rabeschen Edition aus dem Jahre 1901 nicht unbeteiligt, der aetm. f\u00fcr unergiebig im Hinblick auf verlorene Quellen hielt und meinte, aetm. habe lediglich bekanntes Material zu bieten.\r\n\r\nAber es gab damals schon andere Stimmen. Bemerkenswerterweise hatte ein Jahr zuvor Wendland in seiner Rezension anders geurteilt. Ebenso forderte Gudeman in seinem RE-Artikel \u201eJohannes Philoponos\u201c aus dem Jahre 1915 die Aufarbeitung der Quellenfrage. Bei diesem Desiderat ist es allerdings bis heute geblieben.\r\n\r\nIn gr\u00f6\u00dferem Umfang sind lediglich die Teile des Quellenmaterials aus aetm. behandelt worden, die f\u00fcr die Timaios-Kommentierung in der Zeit vor Proklos von Belang sind. Es handelt sich besonders um Texte aus den Timaios-Kommentaren des Calvisios Tauros und Porphyrios, die im Rahmen der Sichtung der erhaltenen St\u00fccke aus dem Timaios-Kommentar des Porphyrios zusammengestellt wurden oder bei der Untersuchung der Weltentstehungslehren, wie sie im Rahmen der Exegese des Timaios entwickelt wurden, behandelt worden sind.\r\n\r\nAuf Proklos-Texte hat Beutler in seinem RE-Artikel hingewiesen, allerdings einiges \u00fcbersehen. 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