Priskian von Lydien (›Simplikios‹): Kommentar zu De anima III. Ausgewählt, eingeleitet, übersetzt und erläutert von Matthias Perkams, 2018
By: Simplicius, Perkams, Matthias (Ed.), Busche, Hubertus (Ed.), Perkams, Matthias
Title Priskian von Lydien (›Simplikios‹): Kommentar zu De anima III. Ausgewählt, eingeleitet, übersetzt und erläutert von Matthias Perkams
Type Book Section
Language German
Date 2018
Published in Antike Interpretationen zur aristotelischen Lehre vom Geist
Pages 547-675
Categories no categories
Author(s) Simplicius , Perkams, Matthias
Editor(s) Perkams, Matthias , Busche, Hubertus
Translator(s) Perkams, Matthias(Perkams, Matthias) ,
Der De-anima-Kommentar, der hier dem Lyder Priskian zugeschrieben wird, ist eine der philosophisch anspruchsvollsten und elaboriertesten Darstellungen des neuplatonischen Menschenbildes. Originell und von systematischem Interesse sind besonders zwei Lehren: Eine ist eine Reformulierung der aristotelischen Entelechie-Lehre mithilfe der Unterscheidung zweier Formen von Entelechie, nämlich einerseits der reinen Formung des lebendigen Leibes und andererseits des Gebrauchs dieses Leibes zum Leben und Überleben durch das leiblich verfasste Lebewesen. Die zweite, um die es im Folgenden in erster Linie geht, ist eine Reformulierung der neuplatonischen Geistlehre unter Berufung auf Aristoteles’ Lehre vom aktiven Geist. Diese äußerst knappe Charakterisierung der Stärken des Kommentars als systematischer Schrift lässt seine Schwächen erahnen, die von Aristoteles-Auslegern seit langem beklagt werden: eine gewisse Entstellung der Lehre des Aristoteles bzw. ein Abweichen und Abschweifen von seiner Darstellung. Priskian beabsichtigt in seinem Kommentar, „die Übereinstimmung des Philosophen [...] mit der Wahrheit [...] zu beschreiben“; anders gesagt, erklärt der Kommentator, was die jeweilige Aristoteles-Stelle mit dem zu tun hat, was er selbst für die Wahrheit hält. Das wichtigste Kriterium für diese Wahrheit ist aber nicht Aristoteles, sondern der neuplatonische Philosoph Jamblich. Konsequenterweise sehen Priskians Kommentierungen häufig so aus, dass er zuerst sagt, was die fragliche Stelle im Rahmen seiner eigenen Systematik bedeuten könnte, bevor er bestimmte aristotelische Formulierungen in diesem Sinne erklärt. Trotz dieser Auslegungsarten, die selbst im harmoniefreudigen Kontext neuplatonischer Kommentare sehr eigenmächtig sind, darf man nicht übersehen, dass die Lehren, die Priskians Originalität im neuplatonischen Kontext ausmachen, tief von aristotelischer Terminologie durchdrungen und von dem Versuch geleitet sind, die Gedanken des Stagiriten vor dem Hintergrund der Fragen seiner eigenen Zeit nachzudenken. Insofern ist Priskian das deutlichste Beispiel für einen aristotelisierenden Neuplatonismus, für den Aristoteles nicht nur „Platons bester Ausleger“ ist, sondern auch eine „weitere Ausarbeitung dessen im Detail“ liefert, „was dieser allgemeiner und zusammenfassender erklärte“. Auf der Grundlage seiner Auseinandersetzung mit Aristoteles kommt Priskian sogar zu anderen Ergebnissen als sein Vorbild Jamblich, was für ihn Anlass zu einer ausführlichen Rechtfertigung ist. [introduction p. 547-548]

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Das wichtigste Kriterium f\u00fcr diese Wahrheit ist aber nicht Aristoteles, sondern der neuplatonische Philosoph Jamblich.\r\n\r\nKonsequenterweise sehen Priskians Kommentierungen h\u00e4ufig so aus, dass er zuerst sagt, was die fragliche Stelle im Rahmen seiner eigenen Systematik bedeuten k\u00f6nnte, bevor er bestimmte aristotelische Formulierungen in diesem Sinne erkl\u00e4rt.\r\n\r\nTrotz dieser Auslegungsarten, die selbst im harmoniefreudigen Kontext neuplatonischer Kommentare sehr eigenm\u00e4chtig sind, darf man nicht \u00fcbersehen, dass die Lehren, die Priskians Originalit\u00e4t im neuplatonischen Kontext ausmachen, tief von aristotelischer Terminologie durchdrungen und von dem Versuch geleitet sind, die Gedanken des Stagiriten vor dem Hintergrund der Fragen seiner eigenen Zeit nachzudenken.\r\n\r\nInsofern ist Priskian das deutlichste Beispiel f\u00fcr einen aristotelisierenden Neuplatonismus, f\u00fcr den Aristoteles nicht nur \u201ePlatons bester Ausleger\u201c ist, sondern auch eine \u201eweitere Ausarbeitung dessen im Detail\u201c liefert, \u201ewas dieser allgemeiner und zusammenfassender erkl\u00e4rte\u201c.\r\n\r\nAuf der Grundlage seiner Auseinandersetzung mit Aristoteles kommt Priskian sogar zu anderen Ergebnissen als sein Vorbild Jamblich, was f\u00fcr ihn Anlass zu einer ausf\u00fchrlichen Rechtfertigung ist. 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Diese Texte bieten nicht nur Interpretationen eines der meistkommentierten Lehrst\u00fccke der ganzen Philosophiegeschichte; vielmehr enthalten sie zum Teil auch eigenst\u00e4ndige philosophische Auseinandersetzungen \u00fcber den wirkenden und leidenden, den menschlichen und den g\u00f6ttlichen Geist sowie \u00fcber die M\u00f6glichkeiten geistigen Erfassens \u00fcberhaupt.\r\n\r\nIm Einzelnen enth\u00e4lt der Band die Deutungen von Theophrast (4. Jh. v. Chr.), Alexander von Aphrodisias (De anima und De intellectu [umstritten]; um 200), Themistios (4. Jh.), Johannes Philoponos, Priskian (Theophrast-Metaphrase), Pseudo-Simplikios, d.h. Priskian aus Lydien (De-anima-Kommentar; alle nach 500) und Pseudo-Philoponos, d.h. Stephanos von Alexandria (um 550). Da sich diese Kommentatoren nicht selten auf fr\u00fchere Ausleger beziehen, wurde die Zusammenstellung um weitere wichtige Zeugnisse erg\u00e4nzt, z. B. zur Aristoteles-Deutung des Xenokrates sowie eines Anonymus des 2. Jahrhunderts. Zwei allgemeine Einf\u00fchrungstexte der Herausgeber informieren \u00fcber die systematischen Probleme der Auslegung von De anima III 4-5 sowie \u00fcber die antike Auslegungsgeschichte dieses Textes. Spezielle Einleitungen zu den acht Interpretationen informieren \u00fcber Leben und Werk ihrer Autoren sowie \u00fcber die Besonderheiten ihrer Interpretation. Die Anmerkungen in den Anh\u00e4ngen geben weitere gedankliche, sachliche oder historische Erl\u00e4uterungen zu einzelnen Textstellen. [author's abstract]","republication_of":null,"online_url":"","online_resources":"https:\/\/uni-koeln.sciebo.de\/s\/UlzAOg1ANbSITQ8","translation_of":null,"new_edition_of":null,"is_catalog":0,"in_bibliography":0,"is_inactive":0,"notes":null,"doi_url":null,"book":{"id":246,"pubplace":"Hamburg","publisher":"Felix Meiner Verlag","series":"Philosophische Bibliothek","volume":"694","edition_no":"","valid_from":null,"valid_until":null}}},"article":null},"sort":[2018]}

Priscien de Lydie, 2012
By: Perkams, Matthias, Goulet, Richard (Ed.)
Title Priscien de Lydie
Type Book Section
Language French
Date 2012
Published in Dictionnaire des philosophes antiques, vol V: de Paccius à Rutilius Rufus - Vb: de Plotina à Rutilius Rufus
Pages 1514-1521
Categories no categories
Author(s) Perkams, Matthias
Editor(s) Goulet, Richard
Translator(s)
Au total, l’autocitation du commentateur du De anima à sa propre Épitomé de Théophraste peut facilement être mise en rapport, grâce à des arguments philologiques solides, avec la Métaphrase conservée de Priscien, ce qui est également confirmé par l’utilisation de cet ouvrage en d’autres passages du commentaire. Les preuves avancées par Steel et Boissier en faveur de cette thèse n’ont jamais été contredites de façon concluante, tandis que les objections faites à leur position peuvent en revanche recevoir une réponse. Finalement, on ne peut opposer à l’attribution du commentaire à Priscien que l’hypothèse fragile d’une Épitomé perdue de Théophraste ; au vu des particularités doctrinales et linguistiques communes aux deux textes conservés, cette hypothèse est en elle-même problématique. Dans la mesure où il n’existe aucune preuve positive de l’existence d’un auteur distinct de Priscien et de Simplicius, il est recommandé, dès lors qu’avec la majorité des chercheurs on retire la paternité du commentaire à Simplicius, de considérer Priscien comme son auteur. L’attribution à Priscien du Commentaire sur le De anima, qui est historiquement parfaitement plausible du fait de l’appartenance de ce philosophe au cercle de Damascius, est en tout cas, grâce à ses très solides bases philologiques, beaucoup mieux fondée que celle de nombreux textes antiques (par exemple l’attribution à Porphyre de Ad Gaurum ou du Commentaire anonyme de Turin sur le Parménide). L’auteur de la présente notice est, pour sa part, persuadé de la justesse de cette attribution. [conclusion p. 1521]

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Das Prinzip der Harmonisierung verschiedener Traditionen in den neuplatonischen Kommentaren zu Platon und Aristoteles, 2006
By: Perkams, Matthias, Ackeren, Marcel van (Ed.), Müller, Jörn (Ed.)
Title Das Prinzip der Harmonisierung verschiedener Traditionen in den neuplatonischen Kommentaren zu Platon und Aristoteles
Type Book Section
Language German
Date 2006
Published in Antike Philosophie verstehen – Understanding Ancient Philosophy
Pages 332-347
Categories no categories
Author(s) Perkams, Matthias
Editor(s) Ackeren, Marcel van , Müller, Jörn
Translator(s)
In gewisser Weise bestätigen diese Überlegungen Sorabjis Feststellung, dass „sich eine vollkommen verrückte Position (die Harmonie) als philosophisch fruchtbar erwies“ (1990, 5). Philoponos’ und Priskians Ausführungen sind in der Tat gute Beispiele dafür, wie das Vorverständnis, es bestehe eine Harmonie zwischen Platon und Aristoteles, dazu führte, dass die aristotelischen Texte in einer originellen Weise interpretiert wurden, die zu neuen philosophischen Entwicklungen Anlass gab. Insofern behalten die Kommentare ein originäres Interesse sowohl für den Philosophiehistoriker als auch für denjenigen, der an originellen Gedanken und Ideen aus einer systematischen Perspektive interessiert ist. Zudem stellt sich die Frage, ob man die These der Harmonie tatsächlich als „verrückt“ bezeichnen soll. So mag sie manchem scheinen, der aus der Perspektive moderner historisch-kritischer Forschung einen deutlichen Unterschied von Platon und Aristoteles erkennt. Für die Kommentatoren selbst war die Harmonisierung aber definitiv nicht verrückt, sondern sie war, wie oben bereits angedeutet, unter den Bedingungen ihrer Zeit ein wichtiges Mittel dazu, die eigene Identität zu wahren und die Deutungshoheit über die gesamte ältere Tradition gegenüber den Ansprüchen des Christentums zu erhalten. Zudem macht die Harmonie auf ein anderes Charakteristikum der neuplatonischen Philosophie aufmerksam, das Simplikios herausstreicht: Das Ziel des Philosophierens besteht darin, durch die Suche nach der Wahrheit als Mensch zu wachsen. Der Königsweg der Neuplatoniker zu diesem Ziel ist es, die Werke ihrer Vorgänger zu studieren und das zu übernehmen, was zu diesem Ziel beiträgt. Das ist eine Maxime für das philosophische Studium, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat. [conclusion p. 347]

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Philoponos\u2019 und Priskians Ausf\u00fchrungen sind in der Tat gute Beispiele daf\u00fcr, wie das Vorverst\u00e4ndnis, es bestehe eine Harmonie zwischen Platon und Aristoteles, dazu f\u00fchrte, dass die aristotelischen Texte in einer originellen Weise interpretiert wurden, die zu neuen philosophischen Entwicklungen Anlass gab. Insofern behalten die Kommentare ein origin\u00e4res Interesse sowohl f\u00fcr den Philosophiehistoriker als auch f\u00fcr denjenigen, der an originellen Gedanken und Ideen aus einer systematischen Perspektive interessiert ist.\r\n\r\nZudem stellt sich die Frage, ob man die These der Harmonie tats\u00e4chlich als \u201everr\u00fcckt\u201c bezeichnen soll. So mag sie manchem scheinen, der aus der Perspektive moderner historisch-kritischer Forschung einen deutlichen Unterschied von Platon und Aristoteles erkennt. 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Die deutsch- und englischsprachigen Texte setzen an den entscheidenden Stellen an, an denen ein Verst\u00e4ndnis scheitern kann; sie bieten Deutungsmuster f\u00fcr den modernen Leser und erl\u00e4utern die Probleme, die beim Interpretieren der Philosophie der Antike entstehen k\u00f6nnen. Welche Textformen gibt es, welche \u00dcbersetzungsprobleme k\u00f6nnen auftreten und wie wurden uns die alten Dokumente \u00fcberhaupt \u00fcberliefert? Durch den internationalen Zugang und die Einbeziehung \u00e4lterer Texte, die f\u00fcr ihre jeweiligen Bereiche Standards gesetzt haben, wird hier ein Grundlagenwerk vorgelegt, das f\u00fcr viele Jahre eine Rolle in der wissenschaftlichen Diskussion spielen wird. 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Das Prinzip der Harmonisierung verschiedener Traditionen in den neuplatonischen Kommentaren zu Platon und Aristoteles, 2006
By: Perkams, Matthias, Ackeren, Marcel van (Ed.), Müller, Jörn (Ed.)
Title Das Prinzip der Harmonisierung verschiedener Traditionen in den neuplatonischen Kommentaren zu Platon und Aristoteles
Type Book Section
Language German
Date 2006
Published in Antike Philosophie verstehen – Understanding Ancient Philosophy
Pages 332-347
Categories no categories
Author(s) Perkams, Matthias
Editor(s) Ackeren, Marcel van , Müller, Jörn
Translator(s)
In gewisser Weise bestätigen diese Überlegungen Sorabjis Feststellung, dass „sich eine vollkommen verrückte Position (die Harmonie) als philosophisch fruchtbar erwies“ (1990, 5). Philoponos’ und Priskians Ausführungen sind in der Tat gute Beispiele dafür, wie das Vorverständnis, es bestehe eine Harmonie zwischen Platon und Aristoteles, dazu führte, dass die aristotelischen Texte in einer originellen Weise interpretiert wurden, die zu neuen philosophischen Entwicklungen Anlass gab. Insofern behalten die Kommentare ein originäres Interesse sowohl für den Philosophiehistoriker als auch für denjenigen, der an originellen Gedanken und Ideen aus einer systematischen Perspektive interessiert ist.

Zudem stellt sich die Frage, ob man die These der Harmonie tatsächlich als „verrückt“ bezeichnen soll. So mag sie manchem scheinen, der aus der Perspektive moderner historisch-kritischer Forschung einen deutlichen Unterschied von Platon und Aristoteles erkennt. Für die Kommentatoren selbst war die Harmonisierung aber definitiv nicht verrückt, sondern sie war, wie oben bereits angedeutet, unter den Bedingungen ihrer Zeit ein wichtiges Mittel dazu, die eigene Identität zu wahren und die Deutungshoheit über die gesamte ältere Tradition gegenüber den Ansprüchen des Christentums zu erhalten.

Zudem macht die Harmonie auf ein anderes Charakteristikum der neuplatonischen Philosophie aufmerksam, das Simplikios herausstreicht: Das Ziel des Philosophierens besteht darin, durch die Suche nach der Wahrheit als Mensch zu wachsen. Der Königsweg der Neuplatoniker zu diesem Ziel ist es, die Werke ihrer Vorgänger zu studieren und das zu übernehmen, was zu diesem Ziel beiträgt. Das ist eine Maxime für das philosophische Studium, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat. [conclusion p. 347]

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Priscien de Lydie, 2012
By: Perkams, Matthias, Goulet, Richard (Ed.)
Title Priscien de Lydie
Type Book Section
Language French
Date 2012
Published in Dictionnaire des philosophes antiques, vol V: de Paccius à Rutilius Rufus - Vb: de Plotina à Rutilius Rufus
Pages 1514-1521
Categories no categories
Author(s) Perkams, Matthias
Editor(s) Goulet, Richard
Translator(s)
Au total, l’autocitation du commentateur du De anima à sa propre Épitomé de Théophraste peut facilement être mise en rapport, grâce à des arguments philologiques solides, avec la Métaphrase conservée de Priscien, ce qui est également confirmé par l’utilisation de cet ouvrage en d’autres passages du commentaire.

Les preuves avancées par Steel et Boissier en faveur de cette thèse n’ont jamais été contredites de façon concluante, tandis que les objections faites à leur position peuvent en revanche recevoir une réponse. Finalement, on ne peut opposer à l’attribution du commentaire à Priscien que l’hypothèse fragile d’une Épitomé perdue de Théophraste ; au vu des particularités doctrinales et linguistiques communes aux deux textes conservés, cette hypothèse est en elle-même problématique.

Dans la mesure où il n’existe aucune preuve positive de l’existence d’un auteur distinct de Priscien et de Simplicius, il est recommandé, dès lors qu’avec la majorité des chercheurs on retire la paternité du commentaire à Simplicius, de considérer Priscien comme son auteur.

L’attribution à Priscien du Commentaire sur le De anima, qui est historiquement parfaitement plausible du fait de l’appartenance de ce philosophe au cercle de Damascius, est en tout cas, grâce à ses très solides bases philologiques, beaucoup mieux fondée que celle de nombreux textes antiques (par exemple l’attribution à Porphyre de Ad Gaurum ou du Commentaire anonyme de Turin sur le Parménide).

L’auteur de la présente notice est, pour sa part, persuadé de la justesse de cette attribution.
[conclusion p. 1521]

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Priskian von Lydien (›Simplikios‹): Kommentar zu De anima III. Ausgewählt, eingeleitet, übersetzt und erläutert von Matthias Perkams, 2018
By: Simplicius, Perkams, Matthias (Ed.), Busche, Hubertus (Ed.), Perkams, Matthias
Title Priskian von Lydien (›Simplikios‹): Kommentar zu De anima III. Ausgewählt, eingeleitet, übersetzt und erläutert von Matthias Perkams
Type Book Section
Language German
Date 2018
Published in Antike Interpretationen zur aristotelischen Lehre vom Geist
Pages 547-675
Categories no categories
Author(s) Simplicius , Perkams, Matthias
Editor(s) Perkams, Matthias , Busche, Hubertus
Translator(s) Perkams, Matthias(Perkams, Matthias) ,
Der De-anima-Kommentar, der hier dem Lyder Priskian zugeschrieben wird, ist eine der philosophisch anspruchsvollsten und elaboriertesten Darstellungen des neuplatonischen Menschenbildes. Originell und von systematischem Interesse sind besonders zwei Lehren:

Eine ist eine Reformulierung der aristotelischen Entelechie-Lehre mithilfe der Unterscheidung zweier Formen von Entelechie, nämlich einerseits der reinen Formung des lebendigen Leibes und andererseits des Gebrauchs dieses Leibes zum Leben und Überleben durch das leiblich verfasste Lebewesen.

Die zweite, um die es im Folgenden in erster Linie geht, ist eine Reformulierung der neuplatonischen Geistlehre unter Berufung auf Aristoteles’ Lehre vom aktiven Geist.

Diese äußerst knappe Charakterisierung der Stärken des Kommentars als systematischer Schrift lässt seine Schwächen erahnen, die von Aristoteles-Auslegern seit langem beklagt werden: eine gewisse Entstellung der Lehre des Aristoteles bzw. ein Abweichen und Abschweifen von seiner Darstellung.

Priskian beabsichtigt in seinem Kommentar, „die Übereinstimmung des Philosophen [...] mit der Wahrheit [...] zu beschreiben“; anders gesagt, erklärt der Kommentator, was die jeweilige Aristoteles-Stelle mit dem zu tun hat, was er selbst für die Wahrheit hält. Das wichtigste Kriterium für diese Wahrheit ist aber nicht Aristoteles, sondern der neuplatonische Philosoph Jamblich.

Konsequenterweise sehen Priskians Kommentierungen häufig so aus, dass er zuerst sagt, was die fragliche Stelle im Rahmen seiner eigenen Systematik bedeuten könnte, bevor er bestimmte aristotelische Formulierungen in diesem Sinne erklärt.

Trotz dieser Auslegungsarten, die selbst im harmoniefreudigen Kontext neuplatonischer Kommentare sehr eigenmächtig sind, darf man nicht übersehen, dass die Lehren, die Priskians Originalität im neuplatonischen Kontext ausmachen, tief von aristotelischer Terminologie durchdrungen und von dem Versuch geleitet sind, die Gedanken des Stagiriten vor dem Hintergrund der Fragen seiner eigenen Zeit nachzudenken.

Insofern ist Priskian das deutlichste Beispiel für einen aristotelisierenden Neuplatonismus, für den Aristoteles nicht nur „Platons bester Ausleger“ ist, sondern auch eine „weitere Ausarbeitung dessen im Detail“ liefert, „was dieser allgemeiner und zusammenfassender erklärte“.

Auf der Grundlage seiner Auseinandersetzung mit Aristoteles kommt Priskian sogar zu anderen Ergebnissen als sein Vorbild Jamblich, was für ihn Anlass zu einer ausführlichen Rechtfertigung ist. [introduction p. 547-548]

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Originell und von systematischem Interesse sind besonders zwei Lehren:\r\n\r\nEine ist eine Reformulierung der aristotelischen Entelechie-Lehre mithilfe der Unterscheidung zweier Formen von Entelechie, n\u00e4mlich einerseits der reinen Formung des lebendigen Leibes und andererseits des Gebrauchs dieses Leibes zum Leben und \u00dcberleben durch das leiblich verfasste Lebewesen.\r\n\r\nDie zweite, um die es im Folgenden in erster Linie geht, ist eine Reformulierung der neuplatonischen Geistlehre unter Berufung auf Aristoteles\u2019 Lehre vom aktiven Geist.\r\n\r\nDiese \u00e4u\u00dferst knappe Charakterisierung der St\u00e4rken des Kommentars als systematischer Schrift l\u00e4sst seine Schw\u00e4chen erahnen, die von Aristoteles-Auslegern seit langem beklagt werden: eine gewisse Entstellung der Lehre des Aristoteles bzw. ein Abweichen und Abschweifen von seiner Darstellung.\r\n\r\nPriskian beabsichtigt in seinem Kommentar, \u201edie \u00dcbereinstimmung des Philosophen [...] mit der Wahrheit [...] zu beschreiben\u201c; anders gesagt, erkl\u00e4rt der Kommentator, was die jeweilige Aristoteles-Stelle mit dem zu tun hat, was er selbst f\u00fcr die Wahrheit h\u00e4lt. Das wichtigste Kriterium f\u00fcr diese Wahrheit ist aber nicht Aristoteles, sondern der neuplatonische Philosoph Jamblich.\r\n\r\nKonsequenterweise sehen Priskians Kommentierungen h\u00e4ufig so aus, dass er zuerst sagt, was die fragliche Stelle im Rahmen seiner eigenen Systematik bedeuten k\u00f6nnte, bevor er bestimmte aristotelische Formulierungen in diesem Sinne erkl\u00e4rt.\r\n\r\nTrotz dieser Auslegungsarten, die selbst im harmoniefreudigen Kontext neuplatonischer Kommentare sehr eigenm\u00e4chtig sind, darf man nicht \u00fcbersehen, dass die Lehren, die Priskians Originalit\u00e4t im neuplatonischen Kontext ausmachen, tief von aristotelischer Terminologie durchdrungen und von dem Versuch geleitet sind, die Gedanken des Stagiriten vor dem Hintergrund der Fragen seiner eigenen Zeit nachzudenken.\r\n\r\nInsofern ist Priskian das deutlichste Beispiel f\u00fcr einen aristotelisierenden Neuplatonismus, f\u00fcr den Aristoteles nicht nur \u201ePlatons bester Ausleger\u201c ist, sondern auch eine \u201eweitere Ausarbeitung dessen im Detail\u201c liefert, \u201ewas dieser allgemeiner und zusammenfassender erkl\u00e4rte\u201c.\r\n\r\nAuf der Grundlage seiner Auseinandersetzung mit Aristoteles kommt Priskian sogar zu anderen Ergebnissen als sein Vorbild Jamblich, was f\u00fcr ihn Anlass zu einer ausf\u00fchrlichen Rechtfertigung ist. [introduction p. 547-548]","btype":2,"date":"2018","language":"German","online_url":"","online_resources":"https:\/\/uni-koeln.sciebo.de\/s\/UlzAOg1ANbSITQ8","doi_url":null,"categories":[],"authors":[{"id":62,"full_name":"Simplicius Cilicius","role":{"id":1,"role_name":"author"}},{"id":283,"full_name":"Perkams, Matthias","role":{"id":3,"role_name":"translator"}},{"id":283,"full_name":"Perkams, Matthias","role":{"id":2,"role_name":"editor"}},{"id":442,"full_name":"Busche, Hubertus","role":{"id":2,"role_name":"editor"}},{"id":283,"full_name":"Perkams, Matthias","role":{"id":1,"role_name":"author"}}],"book":null,"booksection":{"id":1443,"section_of":246,"pages":"547-675","is_catalog":null,"book":{"id":246,"bilderberg_idno":null,"dare_idno":null,"catalog_idno":null,"entry_type":null,"type":4,"language":"de","title":"Antike Interpretationen zur aristotelischen Lehre vom Geist","title_transcript":"","title_translation":"","short_title":"Busche2018","has_no_author":null,"volume":null,"date":"2018","edition_no":null,"free_date":null,"abstract":"Dieser Band vereinigt erstmals alle erhaltenen antiken Interpretationen zu der von Aristoteles in De anima III, v.a. in Kap. 4-5, skizzierten Lehre vom Geist (\u03bd\u03bf\u1fe6\u03c2) im Original und in deutscher Sprache. Diese Texte bieten nicht nur Interpretationen eines der meistkommentierten Lehrst\u00fccke der ganzen Philosophiegeschichte; vielmehr enthalten sie zum Teil auch eigenst\u00e4ndige philosophische Auseinandersetzungen \u00fcber den wirkenden und leidenden, den menschlichen und den g\u00f6ttlichen Geist sowie \u00fcber die M\u00f6glichkeiten geistigen Erfassens \u00fcberhaupt.\r\n\r\nIm Einzelnen enth\u00e4lt der Band die Deutungen von Theophrast (4. Jh. v. Chr.), Alexander von Aphrodisias (De anima und De intellectu [umstritten]; um 200), Themistios (4. Jh.), Johannes Philoponos, Priskian (Theophrast-Metaphrase), Pseudo-Simplikios, d.h. Priskian aus Lydien (De-anima-Kommentar; alle nach 500) und Pseudo-Philoponos, d.h. Stephanos von Alexandria (um 550). Da sich diese Kommentatoren nicht selten auf fr\u00fchere Ausleger beziehen, wurde die Zusammenstellung um weitere wichtige Zeugnisse erg\u00e4nzt, z. B. zur Aristoteles-Deutung des Xenokrates sowie eines Anonymus des 2. Jahrhunderts. Zwei allgemeine Einf\u00fchrungstexte der Herausgeber informieren \u00fcber die systematischen Probleme der Auslegung von De anima III 4-5 sowie \u00fcber die antike Auslegungsgeschichte dieses Textes. Spezielle Einleitungen zu den acht Interpretationen informieren \u00fcber Leben und Werk ihrer Autoren sowie \u00fcber die Besonderheiten ihrer Interpretation. Die Anmerkungen in den Anh\u00e4ngen geben weitere gedankliche, sachliche oder historische Erl\u00e4uterungen zu einzelnen Textstellen. 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